Ja, ich habe es getan – und ich hatte ein schlechtes Gefühl dabei, aber was sollte ich machen?
Letzten Donnerstag habe ich die Polizei angerufen und mich über eine Ruhestörung beschwert. Und damit genau das getan, worüber ich mich schon oft aufgeregt habe…

Werde ich jetzt zu einem alten Spießer? Sprenge ich coole Partys? Werden wegen mir bald Kindertagesstätten verlegt? Verhindere ich in ein paar Jahren Fußballstadien (PDF – Seite 75)?

Ich hoffe nein und ich glaube ich habe Recht getan mit meinem Anruf.

Doch was war eigentlich los?

Nun ich wohne in Düsseldorf sicher nicht in der allerbesten oder gar ruhigste Lage. Am Ende der Straße befindet sich der berühmte Puff Bahndamm, und an der Ecke ist ein 24/7 Kiosk, was oft praktisch aber nachts nicht gerade leise ist. Am Donnerstag gegen drei Uhr kam der Lärm aber ganz woanders her…
Also, es ist wie gesagt drei Uhr und ich werde wach. Von draußen dröhn laute Schlagermusik in mein Zimmer. Hmm erstmal abgewartet: „Wird schon aufhören.“ Gut 10 Minuten später habe ich dann mal nachgeguckt und aus dem Fenster sah ich auch schon die Quelle des Übels:

Das mit gegenüberliegende Altenheim war es!

Dort standen die Fester sperrangelweit auf, volle Beleuchtung und volle Pulle Musik aus allen Röhren. Und das hörte auch nicht auf. Donnerstags morgens um inzwischen halb vier Uhr morgens, wenn man am nächsten Tag arbeiten muss!

Tja, was macht man da? Ich meine, wer weiß, was da los war: Verwirrte Senioren mit Gehörproblemen feiern eine kleine Party? Die Jungs sind ins Mädelszimmer geschlichen? Die Pfleger haben sich total abgeschossen und keiner merkt was, da alle Bewohner mit Medikamenten ruhig gestellt sind?

Auf jeden Fall schien es nicht von allein aufzuhören und da ich auch keinen Bock hatte mich umzuziehen und runter, rüber und dann da vor verschlossenen Türen zu stehen, blieb mir nur der Anruf bei der Staatsmacht:

„Ja hallo, ich mache das jetzt nicht gerne, aber ich muss eine Ruhestörung melden…“

Immerhin hat der Beamte es mir, wenn auch mit einem amüsiertem Unterton abgenommen. Danke dafür 🙂 Tja, und was soll ich sagen, wenige Minuten später fuhr ein Auto vor (Ich denke ein Streifenwagen – war vom Fester aus nicht zu sehen) und dann war auch schnell Ruhe.

Sie sind selten geworden, in den letzter Zeit, aber es gibt sie doch noch, die Momente in denen die Polizei eben doch noch „dein Freund und Helfer“ ist.

Nachtrag:
OK, ich habe glaube ich gerade direkt die Lösung gefunden. Im Tagesablauf des Senioren-Wohnparks heißt es:

Den Zeitpunkt Ihrer Nachtruhe bestimmen Sie selbst.

Na denn…

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