…müssen Musik- und Fernsehindustrie einstecken. (edit: Na gut, die Musikindustrie vielleicht etwas weniger, Sony verdient an beiden Singles… danke Jan)

Das hat zumindest Simon Cowell erlebt. Simon Cowell, dass ist der, der Dieter Bohlen gerne wäre. Bohlen ist ja in Deutschland schon sehr erfolgreich mit seiner American Idol-Umsetzung „DSDS“. Doch Simon Cowell toppt Bolhen mit links. Er schafft das was Bohlen wohl als Ziel in Strategiemieetings ausgibt: Er schafft Stars die „talk of the town“ werden – bzw. talk of the earth. Ich zum Beispiel kenne Cowell hauptsächlich aus Videos wie der Geschichte von Paul Potts oder Susan Boyle, kleine unscheinbare Leute als Außenseiter der Gesellschaft bei Britain’s Got Talent (Das Supertalent) auftreten und als Stars die Show verlassen. Cowell sitzt auch dort in der Jury. Genauso wie in seiner eigenen Castingshow „The X Factor“. Und um genau diese Show hat sich in Großbritannien wohl ein Mythos gebildet. Seit vier Jahren stehen die Sieger dieser Show jedes Jahr vor Weihnachten auf Platz eins der Singlecharts. Damit folgen sie Größen wie den Beatles (4x), den Spice Girls (3x in Folge) oder Queen (2x).

Doch dieses Jahr ist alles anders. Begonnen hat alles über Facebook, dort gründeten Jon und0 Tracy Morter eine Gruppe die den erneuten Sieg eines X Factor-Siegers (in diesem Fall ein gewisser „Joe McElderry“) zu verhindern. Ziel der Gruppe: Den inzwischen 17 Jahre alten Rage Against The Machine Hit „Killing in the name of“ auf Platz eins der Single-Weihnachtscharts zu hieven.

Und nun zeigte sich, was das Internet ausmacht. Früher hätten viele Leute zu Hause gesessen sich über die „Casting-Show-Kacke“ aufgeregt und wären dann ihrem Alltag nachgegangen. Heute sind alle vernetzt. Ein paar Leute kommen auf eine Idee und treffen den Nerv von vielen. Die Facebookgruppe wuchs, das Lied wurde immer öfter heruntergeladen und gekauft. Natürlich wurde auch Rage Against The Machine auf die Aktion aufmerksam und versprach das Geld an eine Obdachlosenorganisation zu spenden. Auch die Medien wurden natürlich aufmerksam und es so trat die Band sogar live auf BBC5 auf. Und siehe da: Plötzlich zieht die Musikindustrie, der ganze Casting-Show-Zirkus und sogar der große Simon Cowell den Kürzeren.

Das Ergebnis der Charts: Ein umwerfender Erfolg mit 502,000 Verkauften Singles zu McElderrys 450,000.

Der Unterlegende reagierte mit Unverständnis. Er hatte noch nie etwas von Rage Against The Machine gehört und kommentierte das Lied mit „Simon Cowell wouldn’t like it. They wouldn’t get through to boot camp on The X Factor – they’re just shouting.” (Quelle) Da sieht man, dass dieser ganze Casting-Show-Quatsch nicht verstanden hat warum echte Bands erfolgreich sind, und das oft über viele Jahre hinweg. Sie sind authentisch, ihre Texte sind meist selbst geschrieben, haben eine Aussage und sie sind eben kein Produkt einer Industrie, sondern haben sich von unten hochgespielt.

Lustig auch die BBC: Sie hatte Rage Against The Machine gebeten bei dem Liveauftritt doch bitte am Ende des Liedes das „Fuck you“ bei der Textstellen „Fuck you, i won`t do what you told me!“ wegzulassen. Seht selbst, ob die Band das getan hat, what the BBC told them…

…jetzt muss es nur noch irgendwie gelingen Last Christmas aus den Playlists der Radios, Kaufhäuser und Co zu kicken!

(Quelle ist in großen Teilen dieser englischsprachige Artikel und gefunden habe ich ihn über @butterplanet)

Advertisements