Der folgende Artikel beruht auf meinen Überlegungen und auf nur sehr kurzer Recherche. Wenn etwas nicht stimmt, lasst es mich bitte wissen. Ich bin halt kein Qualitätsjournalist 😉


Gerade erreichte mich via Twitter eine interessante Meldung:


Die taz setzt also auf flattr. Zuvor gab es bei taz.de seit kurzer Zeit unter jedem Artikel den Aufruf doch bitte Geld zu überweisen, wenn einem der Artikel gefallen hat. Ich behaupte einfach mal: Das hat sich niemals gelohnt. Wer liest denn einen Artikel, öffnet dann sein Online Banking (oder geht besser noch in die nächste Filiale), setzt eine Überweisung auf, sucht/generiert eine TAN und überweist dann, sagen wir mal 50 Cent an die taz?
Richtig – so gut wie niemand.

Doch jetzt setzt die taz auf flattr, eines der beiden mir bekannten (es gibt sicher noch mehr) Micropayment Systeme. Das andere ist Kachingle und wird unter anderem vom Blog oko-bloko meines Bruders genutzt.

Beide funktionieren ähnlich mit einem kleinem, aber wie ich finde feinem Unterschied. Bei beiden meldet sich der Kunde an und zahlt monatlich Geld ein. Wenn der Kunde nun auf etwas in Internet stößt, was ihn interessiert dann kann er diesem Inhalt Geld zukommen lassen (solange dieser am selben System teilnimmt). Bei beiden Systemen kann man per PayPal einzahlen, bei Flattr gibt es mehr Möglichkeiten, bei Kachingle sollen diese noch kommen.

Die Unterschiede:
– Kachingle (Link zum Dienst)
Bei Kachingle zahle ich fünf Dollar monatlich ein. Wenn ich jetzt eine Seite interessant finde, dann klicke ich für die ganze Seite auf einen dort eingebauten Button (zum Beispiel das Blog oko-bloko). Jetzt „helfe“ ich dieser Seite. Jedes Mal, wenn ich nun auf dieses Blog gehe wird mein Besuch (pro Tag) gezählt. Am Ende des Monats werden alle Besuche von allen Seiten die denen ich helfe zusammengezählt und dann mein Geld proportional an Anbieter der Seiten verteilt. Von diesen Auszahlungen gehen Gebühren für PayPal und die Kachingle-Macher ab, auf der Homepage steht diese Gebühren machen ungefähr 20% aus.
(Sollte Infos nicht stimmen – bitte kommentieren!)

– Flattr (Link zum Dienst)
Bei Flattr kann ich selbst entscheiden wie viel Geld ich jeden Monat zur Verfügung stellen will (mindestens zwei Dollar). Auch hier bauen Websitebetreiber Buttons in ihre Seiten ein (siehe unter diesem Artikel oder bei taz.de). Wenn ich nun einen Artikel bei der taz oder einen Beitrag hier im Blog gut finde, dann klicke ich auf den Button. Hier unterstütze ich also nicht eine ganze Seite oder ein Blog mit jedem Besuch. Stattdessen unterstütze ich einzelne Inhalte. Ich kann auch Fotos, Bilder, Lieder von Bands oder Videos unterstützen. Am Ende des Monats wird dann zusammengezählt wie viele Inhalte ich unterstütze habe und wird mein Geld proportional auf die Anbieter der Inhalte verteilt. Bei Flattr werden gleich beim Einzahlen 10% Gebühren einbehalten.
Ein Beispiel: Du findest im Mai einen Artikel in diesem Blog, zwei Lieder einer Band und sieben Artikel bei der taz gut. Das heißt du unterstützt 10 Inhalte. Jeder Inhalt kriegt also ein Zehntel deiner 2 Dollar, also 20 Cent. Die taz bekommt also $ 1,40. Ich 20 Cent und die Band 40.

Flattr befindet sich zur Zeit noch in einer Art Testphase. Man kann sich nicht direkt anmelden, sondern nur auf eine Liste setzten lassen. Ich hab die Einladung dann allerdings keine 24 Stunden später im Postfach gehabt.

Ich sehe den Vorteil bei flattr, dass hier Inhalte und nicht Seiten belohnt werden. Vielleicht finde ich das Blog XYZ nur mittelmäßig. Einen besonderen Artikel finde ich aber klasse. Bei Kachingle wird jeder meiner Besuche auf XYZ mitgezählt, bei flattr kann ich den einen Artikel unterstützen, meine weiten Besuche bringen dem Anbieter nichts.

Gerade wenn Blogbeiträge nicht viel anderes sind als Wiederholungen von anderen Seiten kann ich auf die ursprüngliche Seite gehen und dort den Urheber belohnen.

Außerdem kann ich auch Videos, Musikstücke oder Podcasts und Fotos unterstützen.

Wichtig für beide Systeme ist, dass sich möglichst viele Leute anmelden um einerseits Geld zum verteilen, andereseits auch unterstützbare Inhalte zu generieren. Also nichts wie hin! Einen weiteren, guten Vergleich beider Systeme findet ihr bei neunetz.com.

So, wem dieser Artikel jetzt gefallen hat, der klicke bitte hier:

Edit: Hier der Beitrag im taz Hausblog zum Thema.

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