Medien


Heute Morgen twitterte unser lokaler Radiosender mal wieder eine absolute Top-News an seine Follower:

Mal abgesehen davon, dass ich diese Anrede „Hallo, ich bin …“ schon schrecklich finde, muss man sich echt Gedanken machen, was in dieser Stadt so los ist, wenn Leute schon wegen eines Maikäfers beim Radio anrufen…
…und wenn der Radiosender das so interessant findet, dass er es auch noch über Twitter und Facebook verbreitet…
…und wenn dann bei Facebook auch noch (bis jetzt) acht Likes und vier positive Kommentare dabei rumkommen, tja dann hat der Sender wohl wider meiner Erwartungen einen Nerv getroffen.


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Wie schon mal erwähnt arbeite ich zur Zeit für die NEXT11 Konferenz. Diese wird am 17. und 18. Mai in Berlin zum Thema DATA LOVE stattfinden. Mehr Infos findet ihr hier: www.nextconf.eu

Die Konferenz ist nicht nur für Unternehmens-, Agentur- und Medienvertreter sowie Start-Ups interessant, sondern auch für Studenten. Als Student weiß ich natürlich, dass man im Studium eigentlich kein Budget für Konferenzen dieser Größenordnung übrig hat. Daher habe ich mal ein paar Möglichkeiten zusammen getragen, wie Studenten zur NEXT11 kommen können:

1) Ihr betreibt ein eigenes Blog. Wie ihr an ein Blogger Ticket kommt steht hier: Bloggers are welcome . Allerdings bin ich ehrlich: Ein kostenloses Blogger Ticket werden hauptsächlich Top-Blogger mit einer großen Reichweite und vor allem thematischer Relevanz bekommen.
Es gibt aber auch die Möglichkeit über eure Seite ein Ticket zu gewinnen, in dem ihr zum Beispiel ein Banner einbaut oder etwa zur NEXT11 schreibt. Hier steht alles genau erklärt.

2) Ihr gewinnt ein Studenten-Ticket von SinnerSchrader. Insgesamt 10 Tickets verlost der Veranstalter der NEXT11.

3) Ein weiteres Ticket verlost Be Berlin. Die Hauptstadtkampagne bietet sogar Anreise und Übernachtung inklusive. Diese Verlosung richtet sich aber eher an internationale Teilnehmer.

4) Es wird auch günstige Studententickets geben. Die genauen Preise und die Bedingungen werden in den nächsten Wochen veröffentlicht. Ich werde dann noch einmal darauf hinweisen.
UPDATE 14.03.2011: Alles zu den Studententickets für nur 90,- Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer und Shopgebühr) findet ihr hier: http://nextco.nf/i26fVz

Um immer auf dem neuesten Stand zur NEXT11 zu bleiben, werdet Fan der NEXT bei Facebook und/oder folgt @nextconf bei Twitter.

Wenn ihr kein Student seid empfehle ich euch schnell noch bei den Early Bird Tickets zuzuschlagen!


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Im Jahre 1984, in einer Pause des Super Bowl XVIII strahlte Apple in Anlehnung an George Orwells Buch 1984 diesen legendären Spot aus:

Heute, im Jahr 2011 ist Apple längst nicht mehr der kleine bunte Player in der Welt der großen grauen Männer (wenn auch immer noch der Player der vieles revolutioniert). Längst ist Apple eine Supermacht, mit einem strikt geschlossenen System. Apple bestimmt, was der User sieht und was nicht, welche Anschlüsse er nutzen darf und welche nicht und Apple gehören die Daten der User.

Zeit einen neuen Spot zu drehen, dachten sich wohl einige Leute bei Motorola und so lief dieses Jahr beim Super Bowl XLV in einer Pause dieser Spot:

Ich finde den Spot von Motorola für das Xoom Tablet sehr gut. Bei Mobiflip enthält sich René Hesse, die Kommentatoren finde ihn eher mäßig. Was denkt ihr?


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…werfe ich in einem Gastbeitrag im Blog Logolook.de. Eigentlich war es nur ein Kommentar zu den Berichte des Bloggers André Paetzel (Twitter) über die aktuellen Logo- bzw. Wappenänderungen von Alemania Aachen und dem 1. FCK. Beide haben ihre traditionellen Wappen wieder eingeführt. Das hat der SC Preußen ja schon um die Zeit seines Vereinsjubiläums gemacht.

Den Kommentar hat Andre gleich mal zu einem Gastbeitrag gemacht. Ich freu mich und sage danke.

Der folgende Artikel beruht auf meinen Überlegungen und auf nur sehr kurzer Recherche. Wenn etwas nicht stimmt, lasst es mich bitte wissen. Ich bin halt kein Qualitätsjournalist 😉


Gerade erreichte mich via Twitter eine interessante Meldung:


Die taz setzt also auf flattr. Zuvor gab es bei taz.de seit kurzer Zeit unter jedem Artikel den Aufruf doch bitte Geld zu überweisen, wenn einem der Artikel gefallen hat. Ich behaupte einfach mal: Das hat sich niemals gelohnt. Wer liest denn einen Artikel, öffnet dann sein Online Banking (oder geht besser noch in die nächste Filiale), setzt eine Überweisung auf, sucht/generiert eine TAN und überweist dann, sagen wir mal 50 Cent an die taz?
Richtig – so gut wie niemand.

Doch jetzt setzt die taz auf flattr, eines der beiden mir bekannten (es gibt sicher noch mehr) Micropayment Systeme. Das andere ist Kachingle und wird unter anderem vom Blog oko-bloko meines Bruders genutzt.

Beide funktionieren ähnlich mit einem kleinem, aber wie ich finde feinem Unterschied. Bei beiden meldet sich der Kunde an und zahlt monatlich Geld ein. Wenn der Kunde nun auf etwas in Internet stößt, was ihn interessiert dann kann er diesem Inhalt Geld zukommen lassen (solange dieser am selben System teilnimmt). Bei beiden Systemen kann man per PayPal einzahlen, bei Flattr gibt es mehr Möglichkeiten, bei Kachingle sollen diese noch kommen.

Die Unterschiede:
– Kachingle (Link zum Dienst)
Bei Kachingle zahle ich fünf Dollar monatlich ein. Wenn ich jetzt eine Seite interessant finde, dann klicke ich für die ganze Seite auf einen dort eingebauten Button (zum Beispiel das Blog oko-bloko). Jetzt „helfe“ ich dieser Seite. Jedes Mal, wenn ich nun auf dieses Blog gehe wird mein Besuch (pro Tag) gezählt. Am Ende des Monats werden alle Besuche von allen Seiten die denen ich helfe zusammengezählt und dann mein Geld proportional an Anbieter der Seiten verteilt. Von diesen Auszahlungen gehen Gebühren für PayPal und die Kachingle-Macher ab, auf der Homepage steht diese Gebühren machen ungefähr 20% aus.
(Sollte Infos nicht stimmen – bitte kommentieren!)

– Flattr (Link zum Dienst)
Bei Flattr kann ich selbst entscheiden wie viel Geld ich jeden Monat zur Verfügung stellen will (mindestens zwei Dollar). Auch hier bauen Websitebetreiber Buttons in ihre Seiten ein (siehe unter diesem Artikel oder bei taz.de). Wenn ich nun einen Artikel bei der taz oder einen Beitrag hier im Blog gut finde, dann klicke ich auf den Button. Hier unterstütze ich also nicht eine ganze Seite oder ein Blog mit jedem Besuch. Stattdessen unterstütze ich einzelne Inhalte. Ich kann auch Fotos, Bilder, Lieder von Bands oder Videos unterstützen. Am Ende des Monats wird dann zusammengezählt wie viele Inhalte ich unterstütze habe und wird mein Geld proportional auf die Anbieter der Inhalte verteilt. Bei Flattr werden gleich beim Einzahlen 10% Gebühren einbehalten.
Ein Beispiel: Du findest im Mai einen Artikel in diesem Blog, zwei Lieder einer Band und sieben Artikel bei der taz gut. Das heißt du unterstützt 10 Inhalte. Jeder Inhalt kriegt also ein Zehntel deiner 2 Dollar, also 20 Cent. Die taz bekommt also $ 1,40. Ich 20 Cent und die Band 40.

Flattr befindet sich zur Zeit noch in einer Art Testphase. Man kann sich nicht direkt anmelden, sondern nur auf eine Liste setzten lassen. Ich hab die Einladung dann allerdings keine 24 Stunden später im Postfach gehabt.

Ich sehe den Vorteil bei flattr, dass hier Inhalte und nicht Seiten belohnt werden. Vielleicht finde ich das Blog XYZ nur mittelmäßig. Einen besonderen Artikel finde ich aber klasse. Bei Kachingle wird jeder meiner Besuche auf XYZ mitgezählt, bei flattr kann ich den einen Artikel unterstützen, meine weiten Besuche bringen dem Anbieter nichts.

Gerade wenn Blogbeiträge nicht viel anderes sind als Wiederholungen von anderen Seiten kann ich auf die ursprüngliche Seite gehen und dort den Urheber belohnen.

Außerdem kann ich auch Videos, Musikstücke oder Podcasts und Fotos unterstützen.

Wichtig für beide Systeme ist, dass sich möglichst viele Leute anmelden um einerseits Geld zum verteilen, andereseits auch unterstützbare Inhalte zu generieren. Also nichts wie hin! Einen weiteren, guten Vergleich beider Systeme findet ihr bei neunetz.com.

So, wem dieser Artikel jetzt gefallen hat, der klicke bitte hier:

Edit: Hier der Beitrag im taz Hausblog zum Thema.

In Münster konkurrieren sie, die der Aschendorff Verlag (Westfälische Nachrichten) und das Medienhaus Lensing (Münstersche Zeitung, Ruhr Nachrichten, Grevener Zeitung u.a.). Im Internet haben WN und MZ seit einigen Jahren eigene Auftritte. Doch vor mehr als zehn Jahre, als das Internet wohl noch eher eine Randerscheinung als die „Zukunft des Journalismus“ war, da haben sie zusammengearbeitet. Zusammen mit dem Medienhaus Bauer (Recklinghäuser Zeitung u.a.) starteten sie „Westline„. Hier laufen seit dem hauptsächlich die Artikel der verschiedenen Zeitungen online zusammen. Es gibt auch eine eigene Redaktion, die erst kürzlich zusammengestrichen wurde. Meiner Einschätzung nach ist der Hauptusermagnet das Fußballforensystem. Die Foren über den BVB, S04, Bochum und auch den glorreichen SC Preußen Münster sind seit langem eine feste Größe. Lange Zeit mit einer altmodischen Software und mit „harter Hand“ von der Redaktion betrieben, wurde das Westline-Forum des SCP zwar in der Münsterschen Fanszene auch oft belächelt, boykottiert oder beschimpft, ist aber bis heute trotz (von mir mitgegründeter Konkurrenz) die klare Nummer Eins. Erst vor kurzer Zeit gab es einen Relaunch der Seite und damit auch der Forensoftware auf einen aktuellen Stand der Technik.

Doch das alles scheint nicht zu helfen. Wenn die Verlage eigene Seiten betreiben, teilweise mit eigenen Foren und diese immer mehr ausbauen – was soll dann noch Westline? Wie lange werden die Verlage das gemeinsame Spiel noch spielen? Es scheint als könne oder wolle man auf die Klicks von Westline noch nicht verzichten, doch auch das ändert sich.

Die IVW hat gerade die Top-50 der Nachrichtenwebsites (Meedia.de) bekannt gegeben. Aufmerksam wurde ich darauf übrigens durch den Twitter-Account der MZ, der freute sich über den Platz 31 für das Medienhaus Lensing. Interessant ist aber Platz 46: Westline mit 330.594 Klicks weniger als im Vormonat. Das ist bei 1.007.598 Klicks insgesamt ein Verlust von knapp einem Viertel der Reichweite. Die IVW-Seite Meedia-Seite dazu:

Auch große Verlierer gibt es auf den Rängen 26 bis 50. Die WirtschaftsWoche büßte 10,4% ihrer Januar-Visits ein, die Abendzeitung 10,6% und westline, Angebot verschiedener Tageszeitungen, sogar heftige 24,7%.

Nun kann es sicher auch am Relaunch liegen, die neue Software führt vielleicht zu weniger Klickorgien. Visits sind wohl kaum die Währung der Zukunft, was Reichweiten im Internet angeht. Trotzdem kann der Verlust doch nicht nur an der neuen Technik liegen. In den Verlagen wird dieser Einbruch sicher auch wahrgenommen.

Und wenn die Verlage ihre Zeitung auch im Internet als starke Marken positionieren wollen, dann wird ihnen Westline als dritter (nimmt man echo-muenster.de hinzu sogar als vierter) Player immer im Wege stehen. Für die Leser ist das positiv: Warum soll er zum Beispiel auf die Preußenseiten der MZ oder der WN gehen, wenn er doch bei Westline auf einer Seite alle Artikel zusammengeführt bekommt (Siehe Montage, zum Vergrößern anklicken)? Gleiches gilt für die Lokalnachrichten. Für die Zeitungen ist das gefährlich. Auf einem „neutralen“ Portal nimmt der Leser viel schwerer wahr, von welcher Zeitung der gelesene Artikel kommt. Qualitätsunterschiede zwischen den Konkurrenten werden verwässert, Unterschiede gehen unter. Ein echtes Profil können sich die Zeitungen und ihre Redakteure nur auf der eigenen Seite schaffen.

Diese Kombination aus Einbruch der Klickzahlen und konkurrierenden Betreibern der Seite könnte das mittelfristige Ende des Portals bedeuten.


…müssen Musik- und Fernsehindustrie einstecken. (edit: Na gut, die Musikindustrie vielleicht etwas weniger, Sony verdient an beiden Singles… danke Jan)

Das hat zumindest Simon Cowell erlebt. Simon Cowell, dass ist der, der Dieter Bohlen gerne wäre. Bohlen ist ja in Deutschland schon sehr erfolgreich mit seiner American Idol-Umsetzung „DSDS“. Doch Simon Cowell toppt Bolhen mit links. Er schafft das was Bohlen wohl als Ziel in Strategiemieetings ausgibt: Er schafft Stars die „talk of the town“ werden – bzw. talk of the earth. Ich zum Beispiel kenne Cowell hauptsächlich aus Videos wie der Geschichte von Paul Potts oder Susan Boyle, kleine unscheinbare Leute als Außenseiter der Gesellschaft bei Britain’s Got Talent (Das Supertalent) auftreten und als Stars die Show verlassen. Cowell sitzt auch dort in der Jury. Genauso wie in seiner eigenen Castingshow „The X Factor“. Und um genau diese Show hat sich in Großbritannien wohl ein Mythos gebildet. Seit vier Jahren stehen die Sieger dieser Show jedes Jahr vor Weihnachten auf Platz eins der Singlecharts. Damit folgen sie Größen wie den Beatles (4x), den Spice Girls (3x in Folge) oder Queen (2x).

Doch dieses Jahr ist alles anders. Begonnen hat alles über Facebook, dort gründeten Jon und0 Tracy Morter eine Gruppe die den erneuten Sieg eines X Factor-Siegers (in diesem Fall ein gewisser „Joe McElderry“) zu verhindern. Ziel der Gruppe: Den inzwischen 17 Jahre alten Rage Against The Machine Hit „Killing in the name of“ auf Platz eins der Single-Weihnachtscharts zu hieven.

Und nun zeigte sich, was das Internet ausmacht. Früher hätten viele Leute zu Hause gesessen sich über die „Casting-Show-Kacke“ aufgeregt und wären dann ihrem Alltag nachgegangen. Heute sind alle vernetzt. Ein paar Leute kommen auf eine Idee und treffen den Nerv von vielen. Die Facebookgruppe wuchs, das Lied wurde immer öfter heruntergeladen und gekauft. Natürlich wurde auch Rage Against The Machine auf die Aktion aufmerksam und versprach das Geld an eine Obdachlosenorganisation zu spenden. Auch die Medien wurden natürlich aufmerksam und es so trat die Band sogar live auf BBC5 auf. Und siehe da: Plötzlich zieht die Musikindustrie, der ganze Casting-Show-Zirkus und sogar der große Simon Cowell den Kürzeren.

Das Ergebnis der Charts: Ein umwerfender Erfolg mit 502,000 Verkauften Singles zu McElderrys 450,000.

Der Unterlegende reagierte mit Unverständnis. Er hatte noch nie etwas von Rage Against The Machine gehört und kommentierte das Lied mit „Simon Cowell wouldn’t like it. They wouldn’t get through to boot camp on The X Factor – they’re just shouting.” (Quelle) Da sieht man, dass dieser ganze Casting-Show-Quatsch nicht verstanden hat warum echte Bands erfolgreich sind, und das oft über viele Jahre hinweg. Sie sind authentisch, ihre Texte sind meist selbst geschrieben, haben eine Aussage und sie sind eben kein Produkt einer Industrie, sondern haben sich von unten hochgespielt.

Lustig auch die BBC: Sie hatte Rage Against The Machine gebeten bei dem Liveauftritt doch bitte am Ende des Liedes das „Fuck you“ bei der Textstellen „Fuck you, i won`t do what you told me!“ wegzulassen. Seht selbst, ob die Band das getan hat, what the BBC told them…

…jetzt muss es nur noch irgendwie gelingen Last Christmas aus den Playlists der Radios, Kaufhäuser und Co zu kicken!

(Quelle ist in großen Teilen dieser englischsprachige Artikel und gefunden habe ich ihn über @butterplanet)

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