Werbung & Marketing


Die Simpsons und Apple – Herrlich! Inklusive dem legänderen Hammerwurf aus der Applewerbung 1984:

(via @monasterium)

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Wie jeden Morgen habe ich heute beim Duschen 1Live gehört und da lief eine Radiowerbung der Sparkasse, ungefähr wie folgt:

Mann: „Schatz, ich geh noch eben zur Sparkasse, soll ich dir was mitbringen?“
Frau: „Hmmm nee…. Ach doch! Einen Flachbildfernseher…. und dann noch…“

Hier verlassen wir die Szene. Flachbildfernseher und Sparkasse? War da nicht was?
Ja klar – in Düsseldorf! Ob die Sparkasse in der Landeshauptstadt die Werbung auch so lustig findet wie der Sparkassenverband – oder wer auch immer die geschaltet hat. Hier mal ein Auszug von sueddeutsche.de:

[Fanjo] Pooth soll mehrere Mitarbeiter der Bank [Sparkasse Düsseldorf] bestochen haben. […] Demnach habe der Unternehmer mehrfach teure Flachbildfernseher gekauft und diese bei namhaften Vertretern der Bank installieren lassen. Laut einer eidesstattlichen Erklärung soll ein 3200-Euro-Fernseher in das Privathaus des Sparkassen-Chefs Heinz-Martin Humme geliefert worden sein. Sparkassen-Vorstand Karl-Heinz Stiegemann habe einen mittelgroßen und einen großen Flachbildschirm erhalten…

Etwas unglücklich das ganze 😉

1. RWE

Tja, wer ein scheiß Produkt wie dreckigen Strom verkauft, der kann ihn noch so toll bewerben – glaubwürdiger macht ihn auch gut und teuer gemachte Werbung nicht. Greenpeace hat den aktuellen „Riesen“-Spot nun weitergedreht… Nachzulesen in ausführlich bei Thomas Knüwers Indiskretion Ehrensache oder im Greenpeace-Blog.

2. Carrotmob in Bielefeld

Die Idee des Carrotmobs ist simpel und faszinierend. Um so besser, dass ein paar Freunde von mir und ich es hinbekommen haben den zweiten Carrotmob in Deutschland überhaupt zu organisieren. Der erste war in Berlin – der zweite ist in Bielefeld. Leider kann ich aktuell nur aus Hamburg unterstützend mitarbeiten, ich hoffe aber, dass es am Samstag in der Möhre richtig voll wird. Mehr Infos unter www.carrotmobbielefeld.de


3. Nochmal RWE

Die lustigste Geschichte des Tages kommt ebenfalls aus dem Greenpeace-Blog und wurde von Annette aus dem Telefoncenter geschrieben. Dort meldete sich ein netter Herr von RWE und wollte etwas verkaufen

Umweltprämien, Klimaschutz, Grüne Themen… das hat jetzt wohl auch Samsung als Trend ausgemacht. Und genau diese Begriffe plus eine Eisvogel zusammen in eine Anzeige geschmissen, die heute in überregionalen Tageszeitungen geschaltet war.

„Sparen Sie sich GRÜN“ steht da. Die Idee: Wer einen neuen Samsung Fernseher kauft, der bekommt von Samsung als „Umweltprämie“ für zwei Jahre den Strom für das Gerät bezahlt. Beim Kauf eines von drei Modellen erhält man die durchschnittlichen Stromkosten für zwei Jahre von Samsung (bis zu 115 Euro) so die Anzeige.

So… wer auch nur halbwegs aufpasst sollte schon gemerkt haben, dass da etwas nicht passt: Warum ist kostenloser Strom GRÜN? Was tue ich für die Umwelt, wenn ich den Strom für meine Fernsehgerät nicht mehr bezahlen muss? Und solange der Strom aus dreckigen Kohle- und gefährlichen und strahlenden Atomkraftwerken kommt ist daran gar nichts grün.

Doch Samsung liefert auch eine Erklärung: „Mit dem umweltfreundlichen LED Fernsehern von Samsung sparen sie bis zu 40% Strom.

Ah, ok! Ich spare 40%! Das ist klasse! Ich soll mir also ein sparsameres Gerät kaufen und dann verbrauche ich nicht nur weniger als vorher, sondern spare auch noch die Stromkosten. Das wäre ja irgendwie sinnvoll. Doch nirgendwo steht zu welchem Ausgangswert die 40% Einsparung steht. Zu meinem alten Fernseher? Woher weiß Samsung, was ich bisher verbraucht habe? Verbraucht so ein großer Flachbild-TV wirklich weniger als mein relativ neuer Mini-Fernseher? Und wenn ich bisher gar keinen Fernseher hatte? Spätestens dann verbrauche ich jetzt wesentlich mehr Strom als vorher und bezahle dafür nichts. Ich kriege die „Umweltprämie“ aber trotzdem. Wo ist das GRÜN?

Hier übrigens die Anzeige (abfotografiert mit meiner Kamera in der schlecht beleuchteten Praktikantenunterkunft in HH-Wilhelmsburg *g*):

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Ich denke, dass in dieser Anzeige einiges nicht passt dürfte auch den meisten Lesern auffallen. Wenn die Leute zuschlagen, dann weil sie Geld sparen und sich eh einen neuen Flachbildfernseher kaufen wollten. Die Chance, dass ernsthaft jemand jetzt einen Samsung kauft und dabei denkt die Umwelt zu retten, halte ich für gleich Null. Wenn man dann die Kosten für eine Farbschaltung in einer überregionalen Tageszeitung mit bedenkt, dann kann man nur sagen: Da war Samsung aber schlecht beraten. Da hätte man die Headline zehn mal besser nutzen können. Ach und in welchem Zusammenhang da dann noch ein Eisvogel mit durchs Bild flattert ist auch unverständlich.

Mission Greenwashing: Failed!

GM hat ein Problem und das heißt Insolvenz (oder bankruptcy in englisch). Natürlich wird das nicht das Ende des Konzerns sein. Doch bisher hat man ja in dem amerikanischen Autofirmen eher die Augen zugemacht und ist dem „american way“ gefolgt: Big, strong… dirty.

Und genau dafür stehen sie und ihre Marken: Chevrolet, Hummer, GMC,… Dumm nur, das solche Autos wohl in nächster Zeit nicht mehr nachgefragt werden (Vielleicht in 20 Jahren wieder, wenn alle Autos mit sauberen Strom aus den Wüstern fahren?). Und das hat GM jetzt, im Jahr 2009 und nachdem sie insolvent sind nun auch gemerkt. Jetzt will man „cleander, greener, faster“ sein. Immerhin. Ob die Kunden es ihnen abnehmen? Für die Arbeiter kann man es nur hoffen. Und wie ändert man sein Image am besten? Aus Sicht der Amis erstmal mit einem Imagespot. Natürlich mit viel Pathos… Hier also der neue 60s-Spot zum neuen Motto: GMreinvention

Nach dem doch recht interessanten Champions League Halbfinale gestern zog es mich noch ins nächtliche Bielefeld. Was ich dort erbeutet habe ist mal wieder einen Blogeintrag wert:

Der Beute erster Teil:

Vor dem Movie traf ich zwei nette englische Jungs während ich auf einen Kommilitonen wartete. Das Gespräch war kurzweilig und der eine fühlte sich verpflichtet uns Schnaps zu besorgen. Und was er da ergatterte ist schon krass:

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Dieser „Quicky“ ist kein normaler Roter… nein, es ist tatsächlich der Jamba-Schnaps, wie die Rückseite verrät:

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So macht man also heute Werbung für Klingeltöne. Nicht mehr bei MTV, sondern gleich auf dem Schnaps. Will gar nicht wissen, wie viele betrunkene Jugendliche sich den schon bestellt haben… Dummerweise wirft das auch die Frage auf, wo Jamba uns als nächstes begegnen wird: Auf dem Klopapier? In Bahnsteigdurchsagen? Oder sogar als Aufdruck auf einem Kondom? Es schein kein Entkommen zu geben…

Teil zwei:

Wesentlich besser, weil ehrlich finde ich da allerdings diesen Flyer von Ilandciti.de (anscheinend noch ein Social Network):

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Ich musste gerade, wie ich gerne gestehe, erst nachgucken wie man „Don Quijote“ geschrieben wird. Von ihm und seinem vergeblichen Kampf gegen die Windmühlen liest man immer wieder, wenn jemand versucht „einen aussichtslosen Feldzug gegen einen unveränderbaren Zustand“ (Wikipedia) zu führen.

Aktuell versucht das Jung von Matt (JvM). Die renommierte Kreativagentur von der Alster hat den Atomstromkonzern RWE unter Vertrag und bewirbt dessen Mix aus regenerativen Energieen und veralteter Atomenergie als „ProKlima Strom“ -der übrigens auch noch teurer ist als echter Ökostrom, so sagt es auf jeden Fall der Verein Urgewald. Dieser hat die eine Kampagne ins Leben gerufen um die Öffentlichkeit aufzuklären, dass dieser Klimastrom eben kein Ökostrom ist (und wenn man die aktuelle Diskussion verfolgt, dann sieht man dass Atomstrom dem Voranschreiten der echten Klimafreundlichen Energiequellen konträr gegenüber steht).

Die Urgewald-Kampagne nutzt (wie schon im Fall Greenpeace gegen Vattenfall) die JvM-Motive kreativ und dreht die Message um:


RWE will Satire verbieten

So weit so gut – Könnte man meinen. Leider sieht Jung von Matt das aber anders und geht nun gerichtlich gegen Urgewald vor. Und damit sind wir wieder bei unserem alten Don angelangt: Liebe Top-Werber, habt ihr das Internet denn tatsächlich noch nicht verstanden?

Das Bild geht aktuell natürlich durch die verschiedenen Blogs, Foren und Social Networks. Es zu verbieten dürfte ähnlich unmöglich sein, wie Riesen zu bekämpfen die in Wirklichkeit Windmühlen sind. Nebenbei hat man dem Thema so schön zu einer noch größeren Öffentlichkeit verholfen. Ich zumindest kannte die Kampagne gar nicht – Jetzt verbreite ich sie weiter. Der Rechtsstreit wird, egal wie er ausgeht, dem Kunden RWE wohl eher schaden, als dass er ihm nutzt. Ob ich als Kunde mit so einer Agentur zufrieden wäre – Ich weiß ja nicht.

Was kann man nun tun um den wackeren Streitern von Urgewald zu helfen?
Zuerst ist zu sagen, dass Urgewald wahrscheinlich im Recht ist. Das entnehme ich auf jeden Fall dem Schreiben ihres Anwalts an JvM. Klingt plausibel – auch wenn ich natürlich kein Jurist bin.

Dann ist es natürlich immer wichtig, sich weiter zu informieren. Das kann man gut bei Ausgestrahlt und natürlich auch bei Urgewald.

Wer einen eigenen Blog hat, der sollte dazu beitragen die Motive zu verbreiten: Ladet sie selbst hoch und baut sie in Blogs und Internetseiten ein.

Und zu letzt: Steigt aus der Atomenergie aus! Wechselt euren Stromanbieter!

http://www.atomausstieg-selber-machen.de/

Edit: Es heißt Urgewald, nicht Urgewalt. Kommt vom Regenwald. Danke für den Tipp Julia!

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